Nun ist es also fast soweit. Das Glühlampenverbot soll
EU-weit kommen. Die Schweiz war sogar Vorreiter. Der Hintergrund für das Verbot
ist die C02-Reduzierung und Einsparung von Energie/Strom.
Leider sind die Angaben zur Einsparung viel zu hoch und
völlig absurd. In Deutschland beträgt der Haushaltstrom nur rund 5% des
Gesamtstrombedarfes.
Nach
Rechnungen einiger “Spezialisten“ würde das Ersetzen der Glühbirnen rund 10%
Stromersparnis bringen. An den Arbeitsplätzen usw. werden schon längst kaum
noch Glühbirnen verwendet. Deshalb handelt es sich bei der “Einsparung“
hauptsächlich um die Haushalte. Obwohl diese 10% durchschnittlich zu hoch
gegriffen sind, gehen wir vorerst trotzdem von dieser Zahl aus. Demnach würde
die Ersparnis nur 0,5% des Gesamtstrombedarfes bringen. Der Gesamtstrombedarf
in Deutschland macht in etwa 20% des Gesamtenergiebedarfes (Erdöl, Erdgas,
Kohle, Atomenergie, Stromerzeugung und alternativen Energiequellen) aus. Somit
würde sich durch den Einsatz von Energiesparlampen die Energieeinsparung auf
nur 0,1% des Gesamtenergiebedarfes belaufen! Die Rechnung ist aber noch gar
nicht zu Ende. In der kalten Jahreszeit wird am meisten Licht gebraucht. In
dieser Zeit muss auch geheizt werden. Die Wärmeenergie der Glühbirne verpufft
also nicht, sondern bleibt im Raum, und die Heizung muss entsprechend weniger
Wärme liefern. Wenn wir nur 50% als Heizenergieersparnis gegenrechnen, so sind
wir bei nur 0,05% Gesamtenergieersparnis. Die Energiesparlampen sind aber
wesentlich energieaufwendiger in der Produktion und in der Entsorgung. Dies ist
bei unserer Rechnung noch gar nicht berücksichtigt.
Wenn man nun die angeblichen 10% Stromersparnis realistisch
betrachtet, bleiben vielleicht noch 3 - 4%. Somit läge die
Gesamtenergieersparnis bei lächerlichen 0,02 %.
Die Lampenindustrie freut sich. Endlich werden die Umsätze
mit wesentlich teureren Lampen angekurbelt. Die Energiesparlampen sind, wie
schon in der Mitglieder-Zeitung 1/2007 beschrieben, richtige
Elektrosmogschleudern mit entsprechenden Auswirkungen auf viele Menschen. Der
Endverbraucher ist wegen des Elektrosmogs und der unharmonischen Beleuchtung
der Verlierer, und das nur wegen angeblich 20 - 30 Euro Stromersparnis für
einen Haushalt im Jahr! Vier Fallbeispiele der Bürgerwelle Schweiz beleuchten
die Situation.
Das Fazit der Bürgerwelle: Mit vielen Unwahrheiten wird
gegen die Glühlampe Stimmung gemacht und vorgegangen. Kann man die
verantwortlichen Politiker und “Experten“ anders als inkompetent und
lebensfeindlich bezeichnen?
Wenn diese schon etwas für den Klimaschutz und Energiesparen tun
möchten, was zu begrüßen ist, dann gäbe es viel effektivere Wege.
Einer davon wäre zum Beispiel derjenige, das Flugbenzin zu versteuern.
Das wäre gerecht, würde Steuern einbringen, richtig Energie sparen und
die Umwelt entlasten, wenn zum Beispiel plötzlich nicht mehr für €
20.- von Deutschland nach England und zurück geflogen werden könnte.
Vor einigen Tagen war ich in einer Gaststätte. Dort war ein
herrliches, dezentes Licht mit Glühbirnen. Den Inhaber kenne ich seit
einiger Zeit. Er fragte mich, ob ich in der Zwischenzeit in einem
bestimmten anderen Lokal gewesen sei. Ich erwiderte ihm: “Seit rund
einem halben Jahr gehen meine Familie und ich nicht mehr dorthin,
weil jener Wirt in seinem Lokal nun Energiesparlampen eingesetzt hat.
Auf diese reagiere ich mit Augenbrennen und Kopfschmerzen. Auch ist
das neue Licht unangenehm. An einem Abend spart sich dieser Wirt
vielleicht 20 bis 30 Cent Strom. Wenn wegen der Sparlampen dadurch
alle drei Tage nur ein Bier im Lokal weniger getrunken wird, ist der
Sparvorteil schon vorbei. Realistisch betrachtet ist der
Umsatzverlust aber wohl wesentlich größer als diese 20 bis 30 Cent,
weil manche Menschen sich nicht lange wohl-fühlen, auch wenn sie dies
nicht den Sparlampen zuordnen können, und das Lokal vorzeitig
verlassen.“ Darauf antwortete mir der Wirt: “Ich bleibe bei den
Glühbirnen! Man kann auch an der falschen Stelle sparen“. Diese
Aussage trifft den Nagel auf den Kopf!
Ein kleiner Trost für Glühlampennutzer. Selbst wenn das Verbot wie
geplant kommt, wird Ihnen niemand verbieten können, bei sich zu Hause
Glühlampen zu benützen. Wenn Sie sich also vor dem Verbot mit einem
Vorrat im Wert von unter € 100.- eindecken, so reicht ein solcher
Jahrzehnte! Sicherlich können sich Privatleute aus einem Nicht-EU-Land
auch Glühlampen besorgen.
Die Bürgerwelle wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass das
Glühlampenverbot abgemildert wird. Dazu gehört auch der
wissenschaftliche Nachweis der negativen gesundheitlichen Auswirkungen
von Energiesparlampen im Doppelblindversuch.